Vaterschaftsanfechtung in Polen

Vaterschaftsanfechtung in Polen. Es is nicht mein Kind.

Vaterschaftsanfechtung in Polen kann wegen der Einhaltung der gesetzlich vergesehenen Fristen und Verfahren echt kompliziert erscheinen.

Wie praktisch jeder Anspruch ist auch Vaterschaftsanfechtung in Polen zeitlich begrenzt.

Vaterschaftsanfechtung in Polen – wann ?

Der Ehemann der Kindesmutter kann innerhalb von sechs Monaten, nachdem er erfahren hat, dass seine Ehefrau ein Kind geboren hat, seine Klage auf Vaterschaftsanfechtung beim Gericht einreichen.

Es ergibt sich aus dem Art. 63 des Familien- und Vormundschaftsgesetzes.  Angenommen, dass das Ehepaar zusammenlebt, wird es ein Zeitraum von sechs Monaten vom Geburtstag des Kindes sein.

Es kann aber sein, dass die Eheleute nicht (mehr) zusammenleben und ihre Ehe nur formell existiert und die Scheidung läuft. In dieser Situation muss der Ehemann der Kindesmutter beweisen kőnnen, dass er von der Geburt des Kindes nicht wusste.

In der oben beschriebenen Situation gilt das Prinzip der Vaterschaftsvermutung. Gemäß des Artikels 62 § 1 des polnischen Familien- und Vormundschaftsgesetztes ist der Ehemann eines in der Ehe geborenen Kindes dessen Vater. Das Vermutungsprinzip gilt auch 300 Tage nachdem die Ehe beendet oder annulliert wurde.  Das Vermutungsprinzip gilt im Fall der gerichtlichen Trennung nicht.

 Wer reicht die Klage auf Vaterschaftsanfechtung in Polen ein

Der mutmaβliche Vater kann die Klage auf auf Vaterschaftsanfechtung einreichen. Er reicht die klage sowohl gegen das Kind als auch gegen die Kindesmutter ein. Die Kindesmutter kann auch die Klage auf Vaterschaftsanfechtung einreichen. Sie klagt gegen ihren Ehemann und  ihr Kind. Das Kind kann auch auf Vaterschaftsanfechtung klagen. Es kann machen, sobald es volljährig ist und für die Periode von 3 Jahren.

Vaterschaftsanfechtung nach vielen Jahren

Was kann getan werden, wer der Ehehmann der Kindesmutter erst nach vielen Jahren erfährt, dass er hőchstwahrscheinlich nicht der biologische Vater des Kindes, das er aufgezogen und finanziell unterstützt hat, ist.

Die Lősung kann hier Art. 86 des Familien- und Vormundschaftsgesetztes sein, nachdem die Klage auf Vaterschaftsanfechung auch von der Staatanwaltschaft erhoben werden darf. Dabei ist der Staatsanwalt an keine Frist gebunden, d.h., dass die Frist von 6 Monaten hier von keiner Bedeutung ist. Es gibt jedoch ein kleines „aber”.

Der Staatsanwalt soll sich für das Einhalten des Rechts im Land einsetzen. Er vertritt weder den Vater noch den mutmasslichen Vater.  Gemäβ des Art. 7 der Zivilprozessordnung kann der Staatsanwalt die Klage erheben, sofern es zum Schutz der Gesetzlichkeit, der Bürgerrechte oder des Allgemeinintersses der Gesellschaft erforderlich ist.  Der Staatsanwalt kann die Einleitung des Verfahrens zur Vaterschaftsanfechtung in Polen verweigern, wenn er anerkennt, dass es beispielsweise gegen das Allgemeininteresse der Gesellschaft wäre.

Einreichung des Antrags bei der Staatsanwaltschaft

Der Mann, der seinen Antrag auf Vaterschaftsanfechtung bei der Staatsanwaltschaft einreicht, soll es glaubhaft machen, dass er nicht der biologische Vater des Kindes sei. Der DNA-Test soll dies bezüglich ausreichen. Dabei soll man Argumente hinfügen, die die Einreichung einer Klage aus der Sicht der Staatsanwaltschaft und nicht aus der Sicht des Vaters oder der Kindesmutter unterstützen würden.

Vaterschaftsanfechtung in Polen – wann ist diese nicht mőglich

Die Vaterschaft darf nicht angefochten werden, nachdem das Kind gestorben ist. Die Vaterschaft darf auch nicht angefochten werden, falls das Kind infolg eines medizinischen Eingriffs, dem der Vater des Kindes zugewilligt hat, geboren wurde.